
Deeskalationstraining in Bremen
Gewalt ist
eine destruktive physische oder psychische, direkte oder indirekte
Handlung gegenüber Personen oder Sachen, und geschieht gegen den Willen
der betroffenen Personen.
Als Gewalt bezeichnet man somit die zielgerichtete und
beabsichtigte Schädigung einer Person oder Beschädigung von Sachen, die im
Wesentlichen folgende Formen hat:
-
Physische Gewalt; die Schädigung und Verletzung eines
anderen durch körperliche Kraft und Stärke.
-
Psychische Gewalt; die Schädigung und Verletzung
eines anderen durch das Vorenthalten von Zuwendungen und Vertrauen, durch
seelisches Quälen oder emotionales Erpressen.
-
Verbale Gewalt; die Schädigung und Verletzung eines
anderen durch beleidigende, erniedrigende und entwürdigende Worte.
-
Vandalismus, die Beschädigung und Zerstörung von
Gegenständen, die einem nicht selbst gehören, zum Teil gezielt, um deren
Besitzer einen (finanziellen) Schaden zuzufügen.
Gewalt ist der Ausbruch von Aggressionen, die durch
Frustrationen erzeugt werden. Frustrationen bauen sich wiederum aus
Demütigungen, Verletzungen oder Enttäuschungen auf.
Unter
Mobbing, je nach Kontext auch Bullying, Bossing oder Staffing
genannt, wird eine konfliktbelastete Kommunikation in einer Gruppe
verstanden, bei der die angegriffene Person unterlegen ist, und von
einer oder mehreren Personen systematisch, wiederholt und über längere
Zeit direkt oder indirekt angegriffen wird, und das Opfer dies als
Diskriminierung empfindet.
Mobbing ist also dann gegeben, wenn es das Opfer als
solches empfindet! Dies zu verstehen ist sehr wichtig, denn jeder Mensch
hat eine unterschiedlich "dicke Haut". Was der eine gar nicht als
Angriff, sondern nur als dummen Scherz empfindet, kann den anderen
verunsichern, beleidigen und belasten.
Oft ist es einem Täter auch gar nicht bewusst, welche
Auswirkungen sein Handeln hat, weil er sich nicht in sein Gegenüber
hineinversetzen kann oder will.
Mobbing bedeutet also, dass:
-
offene oder versteckte Konflikte in einer Gruppe
vorhanden sind.
-
ein Machtgefälle zwischen Täter und Opfer gegeben
ist.
-
die Attacken direkt (physische Gewalt gegen die
Person oder deren Besitz) oder
indirekt (Gerüchte, Beleidigungen, Anspielungen, abschätzige Mimik,
Gestik, Körperhaltung) erfolgen. - diese Handlungen immer wieder vorkommen, und quasi ein "bös
es Spiel" entsteht.
- diese Handlungen zielgerichtet und beabsichtigt sind.
- sie die Ausgrenzung des Opfers aus der Gruppe (Statusverlust,
Verlassen der Gruppe) zum Ziel haben.
- die Opfer diese Attacken als schmerzlich und leidvoll empfinden.
- es entgegen der landläufigen Meinung, "typische" Opf
er nicht gibt, sondern unter geeigneten Bedingungen jeder Mensch zum Opfer
von Mobbing werden kann.
Letzteres kann man beispielsweise durch Rollenspiele
aufzeigen, bei denen eine Person nicht darüber informiert wird, dass sich
alle anderen zuvor abgesprochen haben, sie zu mobben.
Dass man in unserer Gesellschaft unter einem
Mobbingopfer ein "zu weiches, schwaches und unfähiges Geschöpf"
versteht, erhöht den Leidensdruck mancher Opfer noch mehr. Sie
trauen sich nicht, als Opfer zu outen, um weiterem Spott zu entgehen.
Scham und Angst spielt bei Mobbing eine zentrale Rolle.
Die Dynamik des Mobbings speist sich vor allem aus
Passivität und Tabuisierung innerhalb des sozialen Bezugsrahmens.
Opfer
von Mobbing zu sein bedeutet für die betroffenen Personen das Durchleben
einer Hilflosigkeit und hat erhebliche Auswirkungen auf deren
psychosoziale Situation und oftmals auch auf deren psychische und
physische Gesundheit. Mobbing macht Stress und dieser kann zu
psychosomatischen Erkrankungen (Kopfschmerzen, Magenschmerzen,
Verdauungsproblemen, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Essstörungen etc.)
führen.
Sexueller Missbrauch bezeichnet
strafbare oder unmoralische sexuelle Handlungen an Menschen gegen deren
erklärten Willen, oder bei Personen, die ihren Willen diesbezüglich nicht
erklären können (Kinder, Behinderte, Menschen in Pflegeheimen...).
Sexuellen
Missbrauch hat es immer schon gegeben; er wurde aber tabuisiert und
totgeschwiegen. Erst in den letzten 15 Jahren ist das Thema ins
Bewusstsein der öffentlichkeit gerückt.
Sexueller Missbrauch ist erschreckend weit verbreitet;
nach einer vorsichtigen Schätzung des Bundeskriminalamtes, gibt es
hierzulande jährlich 150.000 Opfer. Die sogenannte Dunkelziffer ist sehr
hoch, weil die Tat in den Opfern Scham auslöst, und diese meist von ihren
Tätern abhängig sind. Der Zwang zur Geheimhaltung führt in eine
auswegslose Situation, und hat tiefgreifende, oft lebenslange Folgen.
Schätzungen zufolge stammen die Täter zu 85 Prozent aus
dem Bekannten- oder Familienkreis. Die meisten der Opfer sind Kinder.
Täter nutzen es aus, dass vielen Kindern beigebracht
wird, Erwachsenen ohne Widerrede zu gehorchen. Vor allem bei Mädchen wird
Wert auf Anpassungsfähigkeit und Folgsamkeit gelegt.
Vielen Kindern wird nicht zugestanden ein Recht über
den eigenen Körper auszuüben, und Berührungen und Zärtlichkeiten
zurückzuweisen, wenn ihnen danach nicht zumute ist.
Viele
Kinder erhalten keine altersgerechte Sexualaufklärung; die Eltern
überlassen das den Schulen, und dort wird davon ausgegangen, dass die
Kinder zuhause ausreichend aufgeklärt werden. Besonders in Familien mit
Migrationshintergrund spielt dieser Umstand eine grosse Rolle.
Das frühreife Auftreten pubertierender Jugendlicher,
sowie ein grosser Wortschatz für umgangssprachliche Begrifflichkeiten zu
dieser Thematik, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es oft an
Faktenwissen und seelischer Reife bei ihnen fehlt.
Manche Kinder erhalten zuwenig Aufmerksamkeit,
Zärtlichkeit und Zuwendung, was sexuellen Missbrauch sehr begünstigen
kann.
Es gibt noch viele Varianten von Gewalt und viele
Zusammenhänge, die hier allein schon aus Platzgründen nicht erwähnt werden
können. Wichtig zu wissen ist, dass Gewalt Ursachen hat, und die
Beseitigung der Ursachen, sowie die Aufklärung der Bevölkerung die
Voraussetzung für eine weitestgehend gewaltfreie Gesellschaft ist.
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